Neandert(h)al

Das Neandert(h)al ist ja nun doch ein ziemlich bekannter Ort, und das weit über die Grenzen Mettmanns hinaus. Benannt wurde es nach dem evangelischen Kirchenprediger und –Komponisten Joachim Neander (“Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren”), der dort im 17. Jahrhundert bevorzugt geistliche Versammlungen abhielt.

1856 fanden Arbeiter in einer Höhle das Skelett eines prähistorischen Menschen, den man nach seinem Fundort benannte: „Homo sapiens neanderthalensis” bzw.

„Neandert(h)aler“.

 Neandert(h)aler im Nebel

Äh… aber wie ist das denn jetzt eigentlich mit der richtigen Schreibweise? Das ist eine Frage, die in Bezug auf das Neandert(h)al schön längst vor Einführung der neuesten Rechtschreibreform immer wieder aufgetaucht ist. Mit „h“? Oder ohne „h“?

Im Duden steht eindeutig „Neandertal“ und „Neandertaler“ – und trotzdem findet man je nach Zusammenhang auch andere Schreibweisen. Der Grund für diese Problematik liegt in einer sehr viel älteren Rechtschreibreform, nämlich der zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Bis zu dieser Zeit wurde das Wort „Tal“ mit „Th“ geschrieben, „Thal“ also. Und in vielen Fällen wurde beim „Neanderthal“ diese historische Schreibweise beibehalten. So heißt zum Beispiel auch das im Tal angesiedelte Museum „Neanderthal Museum“ – auch wenn sich nach wie vor nicht alle in dieser Frage einig geworden sind…

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